Baubewilligung für die Pergola in der Schweiz: Dein Guide für die Baueingabe
Eine Pergola ist ein fantastisches Projekt und wertet den Garten massiv auf. Doch in der Schweiz stolpert man beim Bauen gerne mal über den „Amtsschimmel“. Da das Baurecht in der Schweiz Kantonssache (und oft sogar Gemeindesache) ist, gibt es keine pauschale Lösung für alle – aber es gibt ein klares Schema, an dem du dich für deine Baueingabe orientieren kannst.
1. Die Gretchenfrage: Ist eine Pergola bewilligungspflichtig?
In der Schweiz gilt grundsätzlich: Fast alles, was fest mit dem Boden verbunden ist oder das Ortsbild verändert, ist bewilligungspflichtig. Ob du eine Baubewilligung für deine Pergola brauchst, hängt oft von der Bauweise ab:
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Anbau-Pergola: Wenn sie direkt am Haus befestigt ist, zählt sie meist als Fassadenänderung. Hier ist die Bewilligungspflicht sehr hoch.
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Freistehende Pergola: Diese wird oft als „Nebenbaute“ eingestuft und unterliegt weniger strengen Regeln.
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Die „Bagatellgrenze“: Manche Kantone erlauben kleine Bauten bis zu einer gewissen Grundfläche (z. B. unter 10 m²) oder Höhe ohne grosses Verfahren.
Pro-Tipp: Ein kurzer Anruf bei der Bauverwaltung deiner Gemeinde spart Wochen an Fehlplanung. Die Mitarbeiter sind meistens hilfsbereiter, als man denkt!
2. Das Verfahren: Ordentlich oder Vereinfacht?
Je nach Projekt läuft es auf eines dieser beiden Verfahren hinaus:
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Anzeigeverfahren / Vereinfachtes Verfahren: Das ist der schnellste Weg (ca. 2–4 Wochen). Es gibt keine öffentliche Publikation im Amtsblatt. Das ist oft möglich, wenn keine Nachbarinteressen verletzt werden.
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Ordentliches Verfahren: Mit öffentlicher Auflage und dem berühmten „Ausstecken“ der Profile (Baugespanne). Dieses Verfahren dauert meist 2–3 Monate.
3. Checkliste: Was gehört in das Dossier für die Baueingabe?
Um die Baubewilligung für deine Pergola in der Schweiz zu erhalten, musst du meist folgende Unterlagen in dreifacher Ausführung einreichen:
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Baugesuchsformular: Das offizielle Dokument deiner Gemeinde.
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Aktueller Katasterplan: Ein Auszug vom Geometer, in dem die Pergola massstabsgetreu eingezeichnet ist.
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Projektpläne (Mst. 1:100): Grundriss, Schnitte und Ansichten.
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Baubeschrieb: Angaben zu Material (Holz, Alu), Farbe und Bedachung (offen, Glas, Lamellen).
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Fotos: Bilder vom aktuellen Zustand deines Gartens.
4. Stolpersteine: Grenzabstände und Brandschutz
Bevor du startest, solltest du diese drei Punkte prüfen:
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Grenzabstände: Wie nah darfst du an den Zaun des Nachbarn bauen? Je nach Kanton sind das oft 2 bis 3,5 Meter.
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Ausnützungsziffer: Ist die Pergola fest überdacht (z. B. mit Glas), zählt sie oft zur anrechenbaren Gebäudefläche. Eine oben offene Pergola meist nicht.
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Brandschutz: Besonders wichtig bei Bauten direkt an der Grundstücksgrenze oder am Wohnhaus.
5. Kantonale Besonderheiten (Links)
Da die Details variieren, findest du hier die Portale der grössten Kantone für weitere Informationen:
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Kanton Zürich: Bauen im Kanton ZH
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Kanton Bern: Baugesetz und Bewilligungen BE
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Kanton Aargau: Baurecht im Kanton AG
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Kanton Luzern: Bauen und Wohnen LU
Fazit: Erst fragen, dann schrauben
Wer ohne Bewilligung baut, riskiert im schlimmsten Fall den Rückbau. Die Gebühren für eine einfache Bewilligung liegen oft nur zwischen 100 und 500 CHF – gut investiertes Geld für einen ruhigen Schlaf und viele entspannte Stunden unter deiner neuen Pergola.


